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Nico - Sphinx aus Eis
von Werner Fritsch


Oliver Sturms neue Inszenierung Nico – Sphinx aus Eis basiert auf dem gleichnamigen Theaterstück (Suhrkamp) von Werner Fritsch. Er widmet sich darin der Auseinandersetzung mit einer der Pop-Ikonen der 1960er Jahre – Nico. Sie war u.a. Sängerin der Musikgruppe Velvet Underground, modelte bei Coco Chanel, spielte in Fellinis La Dolce Vita und Filmen von Andy Warhol. Nico – alias Christa Päffgen - hatte eine der ungewöhnlichsten und widersprüchlichsten Künstlerbiographien der letzten 30 Jahre.

Nico - Sphinx aus Eis
ist mehr als nur die Rekonstruktion einer Pop-Ikone. Der Text stellt die Frage nach dem Persönlichkeitskern einer Frau, die mehrfach ihre Identität gewechselt hat, die ihre deutsche Herkunft austauscht gegen ein Leben in einer Welt des Pop, aber auch dort heimatlos und entwurzelt blieb. Fritschs Monolog lässt eine Borderline-Persönlichkeit sichtbar werden, die in der Spannung zwischen Glamour und Todverfallenheit schwankt, zwischen Selbst-Mythos und Selbstverlust. Neben Birgit Doll steht erstmals die vielversprechende 18jährige Wiener Musikerin Anja Plaschg (soap&skin) als Verkörperung der jungen Nico auf einer Theaterbühne.

Nico – Sphinx aus Ei
s
hatte am 21. November 2008 an den Sophiensaelen Berlin Premiere mit anschließendem 4-tägigem Gastspiel am brut Wien Anfang Dezember 2008. DepArtment betreut das Projekt als Produktionsleitung.

Mit Birgit Doll, Soap&Skin, Harry Hass, Effi Rabsilber, Stephen Jacob, Annika Hofestädt, Gerd Bessler,
Alexander Christou

Regie Oliver Sturm Musikalische Leitung Gerd Bessler Dramaturgie Jan-Philipp Possmann
Bühne
Till Exit Kostüme Annika Hofestädt Video Marcel Weber Licht Holger Klede Ton Wolfgang Mirche Bühnenassistenz Stephan Rändel Regieassistenz Hartmut Schrewe Produktionsassitenz Nina Hofestädt

Eine Produktion von Oliver Sturm und Sophiensaele im Rahmen von "68/89. Kultur.Zeit.Geschichte" auf Initiative von Zipp - deutsch-tschechische Kulturprojekte, einer Initiative der Kulturstiftung des Bundes. Gefördert aus Mitteln der Kulturstiftung des Bundes, des Regierenden Bürgermeisters von Berlin - Senatsverwaltung - Kulturelle Angelegenheiten und des Deutsch-Tschechischen Zukunftsfonds.


Der promovierte Literaturwissenschaftler Oliver Sturm ist Lektor, Übersetzer, Journalist, Autor und Regisseur. Er war als Dramaturg sowohl für die Hörspielserie Der Herr der Ringe am SWF als auch für das Ballett der Deutsche Oper am Rhein und der Deutsche Oper Berlin tätig. Nach Lehraufträgen am Institut für Theaterwissenschaften der Humboldt Universität arbeitet er seit 1996 als freier Regisseur, insbesondere für zahlreiche Hörspielproduktionen der ARD (Jeff Koons, Durchgangsverkehr). 1997 inszenierte er Samuel Becketts Quadrat 1+2 am Krakauer Teatr Bückleina. In den Jahren 2002/03 war er Leiter der Woche des Hörspiels in der Akademie der Künste. 2006 realisierte er an den Sophiensaelen den viel beachteten Beckett Abend RESIDUA mit zwei Uraufführungen von Prosatexten Samuel Becketts.