Dep-Art-ment ARCHIV Le Bal Moderne
Le Bal Moderne Drucken E-Mail

Le Bal Moderne
ist eine populäre, zeitgenössische Inszenierung alter Ballhaustradition, die das Publikum zu Tänzern und die Bühne zum Ballsaal macht. Initiator dieser Idee ist Michel Reilhac, Tänzer, Filmemacher und seit 2003 Leiter von ARTE France Cinéma. Im Rahmen der Projektreihe „Les Arts Étonnants“ („Die erstaunlichen Künste“) rief er 1993 zum ersten Mal Le Bal Moderne ins Leben, der über viele Sommer mit großem Erfolg in Paris lief. 1999 haben Kampnagel und das Tanzhaus NRW zusammen mit Michel Reilhac eine deutsche Auflage mit den drei Hamburger Choreographen Angela Guerreiro, Jan Pusch und Jochen Roller entwickelt, die anschließend von DepArtment durch Deutschland getourt wurde. Seit 2000 gibt es einen belgischen Le Bal Moderne, der jedes Jahr mit neuen Choreographen von Anne Teresa De Keersmaekers Compagnie ROSAS veranstaltet wird. Für den Volkspalast - die kulturelle Zwischennutzung des ehemaligen Palasts der Republik – hat DepArtment zusammen mit Vertretern des belgischen Le Bal Moderne, den Hamburger Choreographen und der Berliner Tanzcompagnie TRAVA speziell für diesen Anlass eine neue Variation von Le Bal Moderne entwickelt. An die 1000 Besucher tanzten bei der Eröffnung am 21. und 22. August 2004 im entkernten Palast den Bal Moderne.

Die Volkspalast-Choreographien:

Jochen Roller: readymade rodeo

Ein Square Dance vom Deutsch-Amerikanischen Volksfest 1972 in Berlin. Gemeinsam mit dem Publikum untersuchen zwei tanzende Semiologen das gesellschaftliche Leben im Süden der Vereinigten Staaten. Dabei entdecken sie in den Weiten Texas die Wiege der Discobewegung der 70iger Jahre.

Jan Pusch: Twisty Scuffle

Die Party ist in vollem Gange. Ein Pärchen gerät miteinander ins Handgemenge. Erst will der eine nicht, dann der andere nicht. Aber im Streit kommt man sich näher. Dieser Tanz ist ein augen-zwinkerndes Machtspiel über die Frage wer führt wen, ein Flirt mit Irritationen zwischen zwei Partnern zur Musik der Shirelles („Everybody Loves a Lover“) aus den Fünzigern.

Angela Guerreiro: O Desejo

Die ländliche Idylle eines sonnigen Dorfplatzes in Portugal. Es entsteht ein sinnlich lockerer Tanz zur sentimentalen Lied „Alfama“ der portugiesischen Gruppe Madredeus. Er wird in einer beliebig großen Gruppe getanzt, die sich ganz dem Rhythmus der Musik hingeben kann.

TRAVA (Anna Jankowska & Heini Nukari): lifeboat

Der letzte Tanz im Rettungsboot. Tanzen ist hoffen. Alleine und zusammen. Besser aushalten und länger leben. Das Boot wird von einem finnischen Kapitän und Kult-Musiker gesteuert, der den Soul-Klassiker „lifeboat party“ neu interpretiert.


www.volkspalast.com
www.rosas.be